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Schulprojekt "Leben bis zuletzt"

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Abschlussveranstaltung des Schulprojektes

Leben bis zuletzt - Tag für Tag

Projekt des Lukas-Hospizes Herne erlebt in der Hiberniaschule ein ebenso anrührendes wie mitreißendes Finale 

Herne. Die Erdbeben-, Tsunami und Atomkatastrophe in Japan ist in diesen Wochen in aller Munde. Da kann es kaum verwundern, dass auch Schüler, die mit einem Projekt zum Thema „Sterben und Tod“ beschäftigen, an diesem schrecklichen Unglück nicht vorbeikommen. Auch wenn die unvergleichlich schreckliche Naturkatastrophe Tausende von Kilometern von Deutschland entfernt geschah, so ließ sie doch kaum einen Schüler kalt, der am Projekt „Leben bis zuletzt“ des Lukas-Hospizes in Herne teilnahm.  „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass den meisten Schülern durch dieses außergewöhnlich schlimme Ereignis klar geworden ist, dass wir jeden Tag vom Tod umgeben sind“, betonte Projektleiter Gerd Felder („Team Zirkel“) jetzt bei der Abschlussfeier in der Hiberniaschule.

Es war eine anrührende und nachdenklich stimmende, aber auch fröhliche und stimmungsvolle Feier, mit der das ungewöhnliche Projekt jetzt zu Ende ging. Sechs von zehn teilnehmenden Schulen aus Herne und Wanne-Eickel waren beim Finale vertreten, bei dem eine breite Palette unterschiedlicher Texte vorgetragen wurde. Am Anfang standen kurze Artikel über die Eindrücke, die Schüler der Hiberniaschule und der Freiherr-vom Stein-Hauptschule bei ihren Besuchen vom Lukas-Hospiz gewonnen hatten. „Ich finde es sehr gemütlich dort, und man fühlt sich dort wohl. Meine Erwartung, dass dort alles ernst wirkt, traf nicht ein“, hieß es da unter anderem. Oder: „Mir hat das einfach nur supergut gefallen“, „Ich konnte viele und persönliche Erfahrungen sammeln und könnte mir beispielsweise ein Praktikum in einem Hospiz vorstellen“ und „Die Atmosphäre dort ist wirklich angenehm“. In einem zweiten Text-Block stellten mehrere Schülerinnen unter die Haut gehende, nachdenklich stimmende Kurzgeschichten vor. Wohl niemanden in der Aula ließ besonders der Moment kalt, als Lisa-Marie Farris (Klasse 10c, Realschule Strünkede)  von Tränen übermannt wurde und nicht mehr weiterlesen konnte. In ihrer auf wahren Ereignissen beruhenden Kurzgeschichte „Was mir blieb, war ein Engel“ geht es um eine Frau, die ihren geliebten Ehemann überraschend durch Selbstmord verliert. Zumindest ihren verdienten Beifall konnte Lisa-Marie am Ende aber entgegennehmen. 

Sabrina Hofmann (Jahrgang 12 der Gesamtschule Wanne-Eickel) hatte zwei Collagen zum Thema „Tod“ angefertigt, in denen es um Kindertode, die Trauer nach einem Verlust, aber auch den letzten Pfad, bevor das Leben endet, und das Jenseits ging. Lehrerin Anna-Maria Briebach trug den ungewöhnlichen philosophischen Essay von Dominik Gendreizig aus derselben Klasse vor, der das Leben als Weg zum Tod und Spiel des Schicksals interpretiert. Zu einer anderen Haltung rief dagegen Sirin Elisa Nastos (Klasse 9a der Hiberniaschule) auf: Sie lerne aus Unglücken und Todesfällen, „dass das Leben viel zu schnell vorbei geht. Deshalb sollte man alles genießen und aus jedem Tag das Beste machen, da das Leben an einem seidenen Faden hängt“, so die Schülerin. Eine Besonderheit stellte das Gedicht „Der Unbekannte“ dar, in dem Kamille Diby (Klasse 10b, Freiherr-vom-Stein-Hauptschule“) und Fatou Touré (Klasse 11, Erich-Fried-Gesamtschule)  den Tod direkt ansprechen: Das Gedicht wurde von zwei Schülerinnen zweier ganz verschiedener Schulen verfasst - und dazu auch noch auf Deutsch und Französisch. Letzter Text, der im Rahmen der Feier vorgestellt wurde, war ein anrührendes Gedicht an die eigene Oma von Ewelina Cyra (Klasse 9, Freiherr-vom-Stein-Hauptschule): „Oma, I miss you, du warst die Beste - für immer und ewig in meinem Herzen!“

In seiner Rede zog Projektleiter Felder ein positives Fazit des Projekts. Erstaunlich sei, wie nahe das Thema „Sterben und Tod“ Schülern inzwischen durch aktuelle Ereignisse gerückt sei, aber auch, wie stark vor allem Schülerinnen nach eigenem Eingeständnis um Verstorbene trauern. Das Bild der Jugendlichen von Hospizen allgemein und vom Lukas-Hospiz im besonderen habe sich im Laufe des Projekts enorm gewandelt. „Unser Ziel sollte es sein, Leben bis zuletzt zu ermöglichen - in Achtung und Respekt vor der unvergleichlichen Würde jedes Menschen“, unterstrich Felder. Insofern sei das Projekt auch ein Signal gegen die aktive Sterbehilfe. „Leben bis zuletzt, den Tagen mehr Lebenswert geben, das ist aber nicht nur ein Anspruch, der sich uns allen erst am Ende unseres Lebens stellt“, mahnte der Projektleiter. „Es ist ein Ziel, das wir im Laufe unseres Lebens möglichst gut in die Tat umsetzen sollten - Tag für Tag.“

Hospiz-Leiterin Anneli Wallbaum bestätigte Felders Eindrücke. „Hospize sind nicht nur ein Ort, sondern eine Idee, die man verbreiten muss, gerade auch bei jungen Menschen“, erklärte sie in einer Gesprächsrunde mit Lehrern und Schülern. „Ich fand es spannend, mit den jungen Menschen zu arbeiten und zu merken, dass sie mit einem deutlich anderen Eindruck gegangen sind, als sie gekommen sind.“ Auf jede Klasse habe sie sich anders eingestellt und damit gute Erfahrungen gemacht. „Ich glaube, das Ziel, einen Ort zu wissen,  an dem man Hilfe findet, wenn es einen selbst betrifft, ist erreicht." Die Schüler bekräftigten, sie hätten sich im Rahmen des Projekts viel intensiver mit dem Thema „Sterben und Tod“ beschäftigt als je zuvor, das Thema und damit auch das Lukas-Hospiz sei für sie jetzt deutlich greifbarer.

Den anspruchsvollen musikalischen Rahmen für die Feier lieferte der Chor der Hiberniaschule unter Leitung von Martin Glagovsek, der zu Beginn mit dem Taizé-Kanon und Auszügen aus Mozarts „Krönungsmesse“ geglänzt hatte und am Schluss das Taizé-Halleluja anstimmte, in das alle Anwesenden begeistert einfielen. Den mitreißenden Schlusspunkt setzte dann eine Ballon-Aktion im Innenhof der Schule. Und als die orangefarbenen Luftballons mit der Aufschrift „We fly for Lukas-Hospiz“ in den hellblauen Frühlingshimmel aufstiegen, war das an Symbolik kaum noch zu überbieten...  Gerd Felder

Der Chor der Hiberniaschule glänzte mit einem Taize-Kanon und Auszügen aus Mozarts Krönungsmesse.
Die erste Reihe der Zuschauer (v.r..): Pfarrer Franz Lienen, Hospiz-Geschäftsführer Gisbert Fulland, Hospiz-Leiterin Anneli Wallbaum und Klaus Königsmann von der Schulleitung der Hiberniaschule.
Hospiz-Leiterin Anneli Wallbaum (links) bekam als Geschenk eine Collage von Sabrina Hofmann aus der Hand von deren Lehrerin Anna-Maria Briebach (Gesamtschule Wanne-Eickel) und Gabriele Felder („Team Zirkel“) überreicht.
In einer Gesprächsrunde tauschten Lehrer und Schüler verschiedener Schulen mit Hospiz-Leiterin Anneli Wallbaum und Projektleiter Gerd Felder(rechts) ihre Erfahrungen aus.
Schülerin Sirin Elisa Nastos (Klasse 9a der Hiberniaschule) trug einen Text über Tod und Trauer vor.
Glücklich über den Verlauf des Projekts und der Abschlussfeier: Hospiz-Leiterin Anneli Wallbaum mit den Ballons „We fly for Lukas-Hospiz“.
Vor der Ballon-Aktion (v.l.): Klaus Königsmann von der Schulleitung der Hiberniaschule, Hospiz-Leiterin Anneli Wallbaum und Projektleiter Gerd Felder („Team Zirkel“)
„Fly for Lukas-Hospiz“: Lehrer und Schüler sowie die Hospiz-Verantwortlichen ließen am Ende der Abschlussfeier Ballons in den Frühlingshimmel steigen. Fotos: Felder

Nur eine Zwischenbilanz:

Ein ungewöhnliches Schüler-Projekt - Leben bis zuletzt - fand am Mittwoch (13.4.) seinen Abschluss in der Aula der Hibeniaschule. In Zusammenarbeit mit dem Lukas-Hospiz und dem Münsteraner Team Zirkel hatten sich Schüler von zehn Herner Schulen ausführlich mit der Hospizarbeit und dem Thema Tod befasst. .....
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Der Sprachlosigkeit entgegenwirken

Zehn Wochen Projektarbeit gingen gestern zu Ende.
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WAZ Herne Artikel vom 14.04.2010