Lukas Hospiz Herne
Aufnahme / Aufenthalt
Die Hospiz-Idee
Die Lebensphase_des Sterbens
Die Trauerbegleitung
Hospiz- oder Palliativ-_betreuung?
Ehrenamtliche im Hospiz
Meinungen / Erfahrungen
Schulprojekt "Leben bis zuletzt"

Der Förderverein_Lukas-Hospiz e.V.

Seite drucken

Passantenbefragung in Herne

Der Sinn von Ostern schwindet

Passantenbefragung in Herne:
Das Lukas-Hospiz ist den weitaus meisten gut bekannt

Herne. Aus dem Herner Rathaus tritt eine Hochzeitsgesellschaft. Besonders die Braut mit Schleier und langem weißem Kleid, die sichtlich den Augenblick genießt, zieht alle Blicke auf sich. „Wunderschön! Ist das nicht wirklich schön?“, schwärmt eine Passantin spontan. Da erkennt sie Hospiz-Leiterin Anneli Wallbaum und spricht sie sofort an: „Aber Sie haben ja mit einem viel ernsteren Thema zu tun.“ „Allerdings, aber auch mit einem Knotenpunkt des Lebens“, antwortet schlagfertig die Hospiz-Leiterin, die danach von der interessierten Frau in ein längeres Gespräch verwickelt wird. Die Marktbesucherin gehörte zu den rund 85 Personen, die den Schülern der Klasse 9d des Pestalozzi-Gymnasiums jetzt in der Herner Innenstadt Rede und Antwort zum Themenbereich „Sterben und Tod“ standen.

Auffällig dabei war, dass die Straßenumfrage teilweise ganz andere Ergebnisse zu Tage förderte als die erste Passantenbefragung im Rahmen des Projekts „Leben bis zuletzt“ vor wenigen Wochen in Wanne-Eickel. Während dort nur etwa ein Drittel der Befragten das Lukas-Hospiz kannte, waren es in Herne zwei Drittel. Auch Ostern ist nach wie vor für mehr Menschen ein Begriff als der Aschermittwoch, aber hier wie dort beginnt der religiöse Sinn des Festes zu schwinden: Für weniger als die Hälfte der Herner ist Ostern noch das wichtigste Fest der Christen, die anderen schätzen es höchstens noch als Familienfest, Feier des Frühlingsanfangs oder wegen der Ostereiersuche. Nur wenige bereiten sich noch durch Fasten, Beten oder den Besuch von Andachten darauf vor; auch an die Auferstehung glaubt nur noch eine Minderheit. Die jüngeren Leute schätzen die freie Zeit an den Oster-Feiertagen, betrachten sie sonst aber als Teil ihres Alltags.

Ganz anders sieht das dagegen bei der Einschätzung der Hospize aus: Fast alle der Befragten kennen Hospize und halten sie für sehr sinnvoll; mehrere fordern sogar, es sollten mehr solcher Häuser gebaut, und Hospize sollten noch mehr gefördert werden. Mit Sterben und Tod haben sich sehr viele bereits „notgedrungen“, wie sie betonen, auseinandergesetzt. Fast alle geben an, höchstens Angst vor dem Sterben zu haben, aber nicht vor dem Tod.

Unermüdlich befragten die 24 Pestalozzi-Schüler unter Leitung von Ansgar Fiedler Passanten zwischen 18 und 80 auf dem Markt, in der Fußgängerzone, in Einkaufspassagen und Geschäften. Die meisten Herner zeigten sich dabei recht auskunftswillig; nur eine Minderheit lehnte jede Antwort auf die nicht ganz einfachen Fragen ab. Auch Anneli Wallbaum sowie Projektleiter Gerd Felder und Cordula Müller vom „Team Zirkel“  schlossen sich Gruppen an und leisteten aktive Unterstützung, wenn es darum ging, die Passanten „auszuquetschen“.

Vom Rathaus schlägt es ein Uhr. Das eher unentschiedene April-Wetter hat einigermaßen gehalten, und die Schüler haben sich von etwas Regen zwischendurch nicht abschrecken lassen. Aus den verschiedenen Richtungen kommen die Gruppen wieder zusammen, die bei ihren Befragungen nicht locker gelassen, aber auch Charme und Geschicklichkeit an den Tag gelegt haben. Projektleiter Felder trägt die Ergebnisse zusammen und zeigt sich über so manche Reaktion überrascht: „Dass das Osterfest so sehr an religiösem Sinn verliert, war nicht unbedingt zu erwarten.“ Die Hospiz-Leiterin ist zufrieden mit der Umfrage. „Das Ergebnis zeigt, dass unser Lukas-Hospiz in Herne gut bekannt ist“, freut sie sich. „Ich hatte aber, ehrlich gesagt, auch nichts anderes erwartet.“ Zur Belohnung spendiert sie den Schülern eine Runde Äpfel und später ein Eis in der nächstgelegenen italienischen „Gelateria“. Gerd Felder 

Vor dem Start zur Straßenumfrage vor dem Haupteingang des Herner Rathauses: Hospiz-Leiterin Anneli Wallbaum und Projektleiter Gerd Felder(Team Zirkel, beide Bildmitte) mit den Schülern der Klasse 9d des Pestalozzi-Gymnasiums.
Gespräch über Sterben und Tod auf dem Markt: Hospiz-Leiterin Anneli Wallbaum (rechts) und eine Passantin.
Die Schüler der Klasse 9d des Pestalozzi-Gymnasiums legten...
bei der Befragung viel Engagement an den Tag.
Unermüdlich befragten die Schüler der Klasse 9b des Pestalozzi-Gymnasiums Passanten...
in der Herner Fußgängerzone und in den Einkaufspassagen. Fotos: Müller