Lukas Hospiz Herne
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Die Hospiz-Idee
Die Lebensphase_des Sterbens
Die Trauerbegleitung
Hospiz- oder Palliativ-_betreuung?
Ehrenamtliche im Hospiz
Meinungen / Erfahrungen
Schulprojekt "Leben bis zuletzt"
Der Förderverein_Lukas-Hospiz e.V.

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Von der Idee zur Wirklichkeit – Die Entstehungsgeschichte des Lukas-Hospizes

Die von Cicely Saunders 1967 mit der Errichtung des St. Christophers Hospiz in England gegründete Hospizbewegung war die Antwort auf eine Gesellschaft, die das Sterben und die Sterbenden immer weiter an den Rand zu drängen drohte.

Das Hauptziel der Hospizbewegung ist: Das Sterben wieder als wichtigen Teil des Lebens ins öffentliche Bewusstsein zu rufen und damit den Sterbenden ein würdevolles Sterben am Ende des Lebens zu ermöglichen.

Der Sterbende Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen sowie seine Angehörigen stehen im Mittelpunkt des hospizlichen Handelns.

Den Tagen mehr Lebenswert, aber nicht dem Leben mehr Tage geben

Etwa 60 Prozent der in Deutschland jährlich versterbenden 800 000 Menschen sterben im Krankenhaus und etwa 20 Prozent in Alten - und Pflegeheimen. Diese Entwicklung steht im Gegensatz zum Willen von 90 Prozent aller Menschen, die in der Geborgenheit des häuslichen Umfeldes sterben wollen. Ein Wunsch der aus verschiedensten Gründen in der modernen Gesellschaft, die durch veränderte Wohnbedingungen, eine distanzierte Einstellung zum Sterben, zeitliche Inanspruchnahme durch Aufgaben und Pflichten außerhalb der Familie nicht erfüllt wird.

Erst 1998 hat der Gesetzgeber im Sozialgesetzbuch V  die Rahmenbedingungen für die stationäre und ambulante Hospizarbeit einerseits festgelegt anderseits aber auch klar zum Ausdruck gebracht, dass Hospizarbeit nur teilweise als Aufgabe des Staates angesehen wird und auch weiterhin in nicht unerheblichem Maße auf die Tätigkeit von gemeinnützigen Einrichtungen und das Engagement von Ehrenamtlichen bauen muss.

Vor diesem Hintergrund war klar erkennbar, dass auch für die Großstadt Herne mit 170 000 Einwohnern in Ergänzung zum bereits bestehenden ambulanten Palliativ- und Hospizdienstes die Errichtung eines stationären Hospizes nicht nur sinnvoll sondern geboten erschien.

Diese Idee wurde vom Lions Club Herne aufgenommen und schließlich zum bestimmenden Element der Benefizveranstaltung des Clubs, die er zu seinem 40-jährigen Bestehen im Jahr 2000 ausrichtete. Durch persönlichen Einsatz vieler Personen und einem Benefizball des TC Grün Weiss Herne anlässlich seines 100-jährigen Bestehens unter seinem Präsidenten Prof. Dr. G. Hohlbach konnte mit einer Gesamt-Spendsumme von 60 000 € einerseits der Grundstein für diese Idee gelegt werden. Andererseits war jedoch schnell erkennbar, dass der Lions Club die Anstrengungen der Errichtung und des Betriebes eines Hospizes nicht würde leisten können, und deswegen wurde diese Aktivität aufgegeben.

Auf Initiative von Prof. Dr. A. Sturm wurde eine Versammlung zur Gründung eines Fördervereins für den Bau eines Hospizes einberufen. Am 05. September 2002 wurde der Förderverein Lukas-Hospiz Herne e.V. von den Gründungsmitgliedern Prof. Dr. med. Alexander Sturm, Dr. jur. Willi Trost, Gisbert Fulland, Prof. Dr. med. dent. Rolf Hinz, Dr. med. Michael Bruch, Norbert Slaski, Prof. Dr. med. Klaus Hackenberg, Heinz Werner Bitter, gegründet und die Satzung beschlossen. Als Vorsitzender wurde Prof. Dr .A. Sturm gewählt.

Obwohl in der Urfassung der Satzung als Zweck des Vereins unter anderem der Bau und der Betrieb des Hospizes festgelegt war, war für den Vorstand doch bald zu erkennen, dass diese Aufgaben in der Rechtsform des Fördervereins nur sehr schwer zu bewältigen wären.

Die Stiftung Marienhospital und die St. Vinzenz Gruppe Ruhr GmbH hatten sich bereit erklärt zum Bau und Betrieb eines Hospizes in Herne in eine GmbH einzutreten, die seit ihrer Gründung am 18.07.2005 gemeinsam mit dem Vorstand des Fördervereins für die weitere Entstehung des Lukas-Hospizes verantwortlich war.

Das Grundstück, auf dem das Hospiz entstanden ist, wurde von der Stiftung Marienhospital durch einen langfristigen, unentgeltlichen Pachtvertrag zur Verfügung gestellt. Als ehrenamtlicher Geschäftsführer der GmbH konnte vom Förderverein Herr Fulland von der St. Vinzenz Gruppe Ruhr GmbH gewonnen werden.

Es ist dem Vorstand des Fördervereins, vertreten durch Herrn Prof. Dr. Sturm, und der Lukas-Hospiz GmbH, vertreten durch Herrn Fulland, gelungen, die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und die ARD Klassenlotterie von der Notwendigkeit eines Hospizes in Herne zu überzeugen und eine finanzielle Unterstützung dieses Projektes durch die Stiftung Wohlfahrtspflege von 905.000 € und der ARD Klassenlotterie von 500.000 € zu sichern. Die Eigenmittel des Fördervereins zum Bau betrugen 805.000 €.

Damit konnte der vom Architekten Prof. Mayer-Miethke geplante Bau ohne Einschränkungen in  Angriff genommen werden. Der Spatenstich erfolgte am 12.08.2005 auf dem Grundstück an der Jean Vogel Straße 43; die Einweihung des Hospizes fand am 26.01.2007 statt. Am 05.02.2007 wurde das Lukas-Hospiz in Betrieb genommen.

Seither nimmt der Förderverein, vertreten durch den Geschäftsführenden Vorstand, seine satzungsgemäßen Aufgaben für die finanzielle Unterstützung des laufenden Betriebes, für Innovationen und Investitionen, für Veranstaltungen und Ausbildung in regelmäßigen Gesprächen mit der Geschäftsführung der Lukas-Hospiz GmbH wahr.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Förderverein und der Lukas Hospiz GmbH ist in einem Kooperationsvertrag geregelt.

Das Lukas-Hospiz hat mittlerweile eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung gewonnen. Davon zeugen jetzt über 1.000 Mitglieder des Fördervereins, die Bereitschaft vieler Bürger in der Hospizarbeit tätig zu sein und die Bereitschaft durch Spenden aus verschiedenen Anlässen die Aufgaben des Fördervereins und des Lukas-Hospizes zu unterstützen und seinen Bestand zu sichern.