Unterschiede zwischen Hospiz- und Palliativ-Betreuung:

1975 wurde die erste Palliativ-Station (Pallium = Schutz-Mantel) am Royal-Victoria-Hospital in Montreal (Kanada) gegründet. Als ursprünglich gemeinsames Ziel der Palliativ- und Hospizbetreuung wurde formuliert:

„Umfassende ganzheitliche symptom-orientierte Versorgung der nicht mehr heilbaren Schwerstkranken und Sterbenden in ihren sozialen, körperlichen, psychischen und spirituellen Bedürfnissen.“

Die Entwicklung der Medizin hat in den letzten Jahrzehnten aber besonders aus zwei Gründen zu einer deutlichen Differenzierung von Hospiz- und Palliativ-Betreuung geführt:

Die Formulierung „nicht heilbar“ hat eine wesentliche Zeit-Verlängerung erfahren: Viele Patienten, die vor 40 Jahren bei Diagnosestellung einer unheilbaren Erkrankung nur noch eine Lebenserwartung von wenigen Wochen hatten, können heute durch eine symptom-orientierte Palliativ-Behandlung über viele Monate bis Jahre leben, z.B. Patienten mit Bluterkrankungen, Tumoren, auch bei Metastasierungen, fortgeschrittene Leber-, Lungen-, Nieren-, Herzerkrankungen etc. – ohne dass die Grunderkrankung geheilt werden kann.

Auch der Begriff der „symptom-orientierten Behandlung“, das heißt die Behandlung von Begleiterscheinungen unterschiedlicher Art, wie z.B. Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Herz-Wasser-Sucht, Luftnot etc. wurde ebenfalls verbessert und damit eine deutliche Beschwerdefreiheit mit Lebensverlängerung erreicht – wiederum ohne die Grundkrankheit zu beseitigen.

Aus diesen und auch aus anderen Gründen hat sich (Zitat):
„In Deutschland ein Zwei-Säulen-Modell von Hospiz- und Palliativ-Medizin nebeneinander entwickelt, die nur noch ihre Wurzeln gemeinsam haben und zwar mit unterschiedlichen praktischen Handlungszielen:

Die wesentlichen Unterschiede zwischen Hospiz- und Palliativ-Medizin gibt – vereinfacht zusammengefasst – die folgende Übersicht wieder:

Die Differenzierung hat in den letzten Jahren leider häufig zu einer erheblichen Betreuungslücke geführt. Das Lukas-Hospiz schließt in Herne die Lücke in der Betreuung Schwerstkranker in der Lebensphase des Sterbens zwischen Palliativ- und Hospiz-Betreuung.

Darüber hinaus ist es die Aufgabe des Lukas-Hospizes Vermittlungswege in der Palliativ- und Hospiz-Betreuung aufzuzeigen und zu markieren. Ein solches Konzept erfüllt die Bedingungen der ganzheitlichen Betreuung Schwerstkranker. „Multidisziplinarität“, Zusammenwachsen von Hospiz-Betreuung und Palliativ-Medizin von Haupt- und Ehrenamt sind die entscheidenden Faktoren für die Verbesserung der Rahmenbedingungen Sterbenskranker (G. Graf).

Aus diesem Grunde besteht ein Kooperationsvertrag mit dem ambulanten Hospiz- und Palliativdienst des EvK Herne, mit dem wir – ebenso wie mit der Palliativstation des EvK – eine enge Zusammenarbeit vereinbart haben.